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Unser Kirchenblatt
Im Kirchenblatt der römisch-katholischen Pfarreien im Kanton Solothurn können Sie aktuelle Informationen zu Gottesdiensten und Veranstaltungen, Impulse und Gedanken nachlesen.
Leitartikel vom 5. April bis 18. April
Ein «Spaltbreit» Hoffnung …
Es ist Frühling. Demnächst feiern wir Ostern. Ostern ist das Fest der Hoffnung! – Warum eigentlich?
Wir Christinnen und Christen haben einen Gott, der resilient ist! Was heisst «resilient»? In einem Wort gesagt: «trotzkräftig»! Der Ewige bleibt dran. Er gibt nicht auf. Sein Sohn stirbt zwar am Kreuz … Der Dreifaltige lässt sich in die Knie zwingen, verhöhnen, verwunden, brechen, erniedrigen, aber nicht unterkriegen … Er gibt sich «widerständig», zeigt «Trotzkraft», «trotzt» den widrigen Umständen … Drei Tage später steht sein Sohn wieder auf! Sein Weg geht weiter … Er begegnet der Apostelin, der Apostel als «Gärtner» im Garten und verspricht seinen Jüngerinnen und Jüngern, sie in Galiläa wieder zu treffen. Dort, wo alles begann; dort, wo die Not zugleich am grössten ist – in Sebulon und Naftali – sollen seine Freundinnen und Freunde weitermachen. Sie sollen weitermachen, als wäre nichts geschehen. Seine Anhängerinnen und Anhänger sollen ihre ursprüngliche Sendung wieder aufnehmen («auf, hinter mich/ mir nach») und mithilfe des Heiligen Geistes das «Licht des Glaubens»/ «die Güte Gottes» Schritt für Schritt unter die Menschen bringen.
Denn wir haben einen Gott, der wie die wortgewaltige evangelische Theologin Christina Brudereck so schön sagt: «nicht bloss eine Meile, sondern zwei mit uns geht».
«Die erste Meile ist der Tod, das Ende … Karfreitag, das Sterben, für das wir echt keine Fantasie brauchen, nur einen wachen Blick in die Welt, auf den Schmerz der Unschuldigen, die Ungerechtigkeit, die unerfüllten Träume …
Die zweite Meile ist: einer stand für uns auf, nicht aus eigener Kraft und nicht für sich, für alle Welt und für uns! Gott liess Jesus nicht im Tod. Er machte gut, was nicht mehr gut zu machen war, denn unser Gott ist ein Gott des Lebens … Die zweite Meile ist Ostern, Überwindung, Grenzüberschreitung, Auferweckungsenergie …
Das Leben stirbt: Das ist Karfreitag. – Der Tod stirbt: Das ist Ostern. – Die Liebe stirbt nie: Das ist Gott!
Die erste Meile ist das Minimum, das wenigste. Die zweite Meile ist das Beste! Jesus lädt uns ein, einen anderen Weg zu gehen, freiwillig etwas zu tun, was wir nicht tun müssen und dabei zu erleben, was Gnade ist … Die zweite Meile ist typisch Jesus. – Wie schön wäre es, wir alle wären typisch Jesus.» – Damit die Welt bleibend einen «Spaltbreit» Hoffnung hat!
(Zitat: Christina Brudereck, Trotzkraft, in: Worthaus 13.7.2
Bernadette Häfliger, Pfarreiseelsorgerin