Nächste Gottesdienste
Unser Kirchenblatt
Im Kirchenblatt der römisch-katholischen Pfarreien im Kanton Solothurn können Sie aktuelle Informationen zu Gottesdiensten und Veranstaltungen, Impulse und Gedanken nachlesen.
Leitartikel vom 25. Januar bis 21. Februar
Feuer der Freiheit
Ich stand im Garten und verstand die Welt nicht mehr. Unmittelbar zuvor hatte ich eine mit Unkraut und Erde gefüllte Harasse schwungvoll angepackt, aufgehoben und fallen gelassen. Nun schmerzte mich mein Rücken, brennend heiss. Da das Fitnessabo billiger war als die Angestellten der Landschaftsgärtnerei, entschied ich mich für ein regelmässiges Training.
Der Alterungsprozess beginnt langsam. Stetig gehen die Kräfte und Möglichkeiten nach dem dreissigsten Lebensjahr zurück. Das Akzeptieren der eigenen Vergänglichkeit fällt nicht einfach. Das eigene Feuer der Freiheit braucht Pflege. Durch die Jahre merkte ich, dass die Übungen im Fitnesscenter meiner Gesundheit förderlich sind und die Gartenarbeit Jahre später noch von mir erledigt werden kann.
Mit zunehmenden Lebensjahren wird das Nutzen von altersgerechten Angeboten wichtiger. Die seelische und körperliche Gesundheit braucht Bewegung und Beweglichkeit von Geist und Körper.
Musik kann heilen. Das Klingen der Akkorde, Rhythmus und Melodien bringen den Körper und die Seele in Schwingungen, die besser mit gespielter und gesungener Musik erfahrbar werden. Die wenigen Musikstücke, die mir zugänglich sind, lassen erahnen, welche Wucht in Liszts Klaviermusik «Années de pèlerinage» ist.
Familie bleibt Familie. In meinen Liebesbeziehungen erlebe und geniesse ich zufriedene Geborgenheit, die mich erfüllt. Dieses Geschenk, die Erinnerung an die Jahre gemeinsamen Glücks, Zufriedenheit, erlebte, präsente Glückseligkeit, ist Grundlage für mein Vertrauen, dass ich mich immer wieder entscheide für die Liebe, für gelebte Nächstenliebe!
Die politisch und kirchlich Aktiven schaffen Angebote und Raum, dass ich mein Feuer der Freiheit nähren kann. Niemand überlebt weder die ersten noch die letzten Jahre seines Lebens ohne die Hilfe seiner Mitmenschen. Freundschaften im Sinne der gegenseitigen Hilfe, des Wissens um den Nutzen regelmässig besuchter Gottesdienste und Angebote sind wichtig für das gemeinsame Überleben in scheinbar zunehmend komplexen Lebenswelten.
So bleibt der gepflegte Glaube ein Feuer der Freiheit. Wir bleiben wach und neugierig mit vielfältigen Angeboten, Wanderungen, Gottesdiensten, Fitnessübungen, Pilgerreisen und vielem mehr. Die theologischphilosophischen Trekkingtage zum Thema Feuer der Freiheit führen uns dieses Jahr vom 10. bis 13. September in den Kanton Graubünden. Infos finden Sie auf unserer Homepage unter Angebote Erwachsenenbildung und bei apatrek.ch.
Thomas Glur-Schüpfer, Pastoralraumleiter